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Sagen aus aller Welt |
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| Eppelein von Gailingen und der Sprung von der Burgmauer |
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Auf der Burg in Nürnberg sieht man auf der Mauer der Bastei den Abdruck eines Pferdehufes im Stein. Die Sage erzählt dazu: Eppelein von Gailingen war ein gefürchteter Raubritter. Wenn die reichen Nürnberger Kaufleute ihre Waren heranführten, überfiel Eppelein die Warenzüge, raubte ihnen die Waren und warf die Kaufleute so lange in sein finsteres Burggefängnis, bis sie für ein hohes Lösegeld bezahlt wurde. Lange versuchten die Nürnberger den schlauern Raubritter zu fangen, aber er konnte ihnen immer wieder entwischen. Endlich, endlich fingen sie ihn. Er sollte zur Strafe für seine Raubzüge gehängt werden.
Auf der Burg stand schon der Galgen bereit
und die Nürnberger fragten ihn nach seinem letzten Wunsch. „Ich möchte
noch einmal auf meinem treuen Pferd sitzen!“, antwortete der Ritter. Sie
erfüllten ihm den Wunsch, denn seine flucht schien unmöglich. Auf drei
Seiten standen bewaffnete Soldaten und auf der vierten Seite fiel die
mächtige Mauer viele Meter tief senkrecht in den Burgraben hinab.Als
aber Eppelein auf seinem Pferd saß, gab er ihm die Sporen und setzte mit
einem gewaltigen Sprung über die Burgmauer in den Wassergraben hinab.
Bevor die überraschten Nürnberger wusste, wie ihnen geschah, war
Eppelein längst wieder über alle Berge. Sein mutiger Sprung brachte ihm
die Freiheit.
Im Jahr 1372 wurde der
waghalsige Sprung von Eppelein von Gailingen verzeichnet. Neun Jahre
später wurde er erneut gefangen genommen und sogleich gerädert und
enthauptet. |
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Die
Weissagung ging in Erfüllung. Im nächsten Frühjahr keimte an der Stelle,
wo die Asche gelegen, ein grünes Spitzchen hervor. Mit Macht wuchs
das Bäumchen, überholte bald alle Nachbarn und wurde ein starker
hochgipfliger Baum, der im Volksmund den Namen "Die Brandfichte" erhielt.
Aus den Jahren 1551 bis 1644 erzählt die Chronik allein von zehn Hexenprozessen in der Stadt Freienwalde mit all ihrem Greul. Nicht einmal der Dreißigjährige Krieg, der auch über Freienwalde mit seiner ganzen Not hereinbrach, konnte den Hexenwahn brechen. Als bereits die Pest in den Häusern der Stadt wütete und die Einwohner nicht mehr wußten, wohin mit den Leichen, da die Bürger, wenn sie konnten, sich auf die einsamen Oderrähnen flüchteten beim Anmarsch plündernder Soldateska, auch da, noch 1634 bis 1644, wurden "Hexen" peinlich befragt und hingerichtet.
Quelle: Emailzusendung von Bernd Müller am 21. November 2006.
Als der heilige Bischof Narcissus [~ von Gerona] nach Augsburg gekommen war, bat ihn eines Tages der Teufel, dass er ihm gebe eine Seele, in einem Leib beschlossen eines Essenden und Trinkenden und Schlafenden und Wachenden. Der Heilige versprach es ihm vor Gott. Des anderen Tages kam der Teufel wieder und sagte:
Narcissss gebot aber dem Teufel zu schwören, dass er den alsbald tödten werde, den er in seine Gewalt geben wolle. Da sprach der Teufel zu ihm:
Darauf sprach der Heilige:
Da schrie der Teufel mit der greulichen Stimme eines scharfen Löwen und sprach:
Darnach
da ertödtete der Teufel den Drachen bei dem Brunnen im Gebirge, und der
Brunn ward erlediget zum Nutzen der Menschen bis auf den heutigen Tag.
Quelle:
Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol, gesammelt und herausgegeben
von Johann Adolf Heyl, Brixen 1897,
Der
Markgraf Otto I. von Brandenburg jagte einst in Gesellschaft seiner
Edelleute in der Gegend, wo jetzt das Kloster Lehnin steht. Von der Jagd
ermüdet, legte er sich unter eine Eiche, um auszuruhen. Hier schlief er
ein und träumte, daß ein Hirsch auf ihn eindrang und mit dem Geweih ihn
aufspießen wollte; er wehrte sich tapfer mit seinem Jagdspieß gegen diesen
Feind, konnte ihm aber nichts anhaben, vielmehr drang der Hirsch immer
hitziger gegen ihn an. In dieser Gefahr rief der Markgraf Gott um Beistand
an, und kaum war das geschehen, da verschwand der Hirsch, und er erwachte.
Er erzählte hierauf seinen Begleitern diesen Traum, und da er schon längst
den Vorsatz gefaßt hatte, aus Dankbarkeit gegen die Vorsehung, die ihn
bisher in Gefahren gnädig beschützt hatte, und um sich der göttlichen
Gnade noch mehr zu versichern, ein Kloster zu stiften, auch seine
Begleiter den Traum so auslegten, daß sie meinten, der Hirsch, der erst
bei Anrufung des göttlichen Namens von ihm gewichen, sei niemand als der
Teufel selber gewesen, rief er aus: "An diesem Orte will ich eine Feste
bauen, aus welcher die höllischen Feinde durch die Stimmen heiliger Männer
vertrieben werden sollen, und in welcher ich den Jüngsten Tag ruhig
erwarten will!" Darauf legte er auch sogleich Hand ans Werk, ließ aus dem
Kloster Sittchenbach (oder Sevekenbecke) im Mansfeldischen
Zisterzienser-Mönche kommen und baute das Kloster, das er wegen der noch
dem Christentum sehr abgeneigten slavischen Umwohner mit Befestigungen
versah, von denen noch Spuren vorhanden sind. Weil aber ein Hirsch den
Anlaß zur Erbauung des Klosters gegeben hatte, und dieser in der alten
slavischen Sprache den Namen Lanie führte, so nannte er es Lehnin. In der
Kirche zeigt man noch bis auf den heutigen Tag den Stumpf der Eiche, unter
welcher der Markgraf den Traum gehabt, und hat ihn zum ewigen Andenken an
den Stufen vor dem Altar eingemauert.
Kommentar: Dreyhaupt: Hall. Chronik, I, 1106.
Frau Tettenbacher, des vorigen Hausfrau, lag an einer schweren Krankheit seit langem darnieder. Um Heilung zu finden, schickte sie zwei Pilger zum Grabe der Apostelfürsten nach Rom und gelobte, reiche Opfer zu spenden, wenn sie wieder genesen würde. Die Pilger kamen zur selben Stunde nach Laufen zurück, da Frau Tettenbacher ihre Seele aushauchte, und fanden ihren Ehering, der ihr vom Finger gefallen war, als sie nach ihrem Tode, der Legende nach, von Engeln in den Himmel getragen wurde. Zum bleibenden Gedächtnis an dieses Ereignis wurde auf dem Bichl an der Straßenleitung nach St. Georgen und Lamprechtshausen ein Votivstein errichtet, auf welchem noch heute folgendes zu lesen ist: "Zur Erinnerung an Frau Sophie Tettenbacher, geborene Haidenthaler, welche am 15. Mai 1682 zwischen sechs und sieben Uhr früh in Gott selig verschieden ist. Diese Frau hat sich im Leben durch Wohltätigkeit gegen die Armen ausgezeichnet. Nach ihrem Hinscheiden wurden fromme Pilger durch Auffinden ihres Eheringes in das Haus ihrer Zurückgebliebenen geführt, wo sie gastliche Aufnahme fanden und das Lob der größten Wohltäterin verkündeten."
Quelle: R. von Freisauff,
Aus Salzburgs Sagenschatz, Salzburg1914, S. 178 f, zit. nach Leander
Petzold, Sagen aus Salzburg, München 1993, S. 261.
Der Drachensee Da, wo jetzt der Drachensee ist, war vor uralten Zeiten ein Bergwerk. Der heilige Magnus von Füssen hat dasselbe eröffnet, indem er allen Leuten der Umgebung einen Laib Brot gab, wenn sie nach Schätzen graben würden. Für solchen Lohn taten das die armen Heiden ringsum sehr gerne, da sie das Brot vorher nicht gekannt hatten. Bei diesem Bergbau wurde später eine Familie besonders reich, aber auch um ihrer Goldschätze willen gar hochmütig. Sie baute sich auf dem Bergwerk droben ein Haus und eine eigene Kirche dazu, da sie nicht neben den anderen Leuten in der Ortskirche beten wollte. Da ist aber einmal Haus und Kirche und das ganze Bergwerk versunken und an dem Ort ist nun der Drachensee. Man sieht noch alle Jahre am Weihnachtstag das ganze Bergwerk, das Haus und die Kirche. In dieser hört man alsdann die Familie beten und vor der Kirchentüre hält ein fürchterlicher Drache Wache, daß kein Mensch sich ihr nahen kann. In Russen heißt noch jetzt die Pfarrkirche "St. Magenkirch" (St.Magnuskirche).
(Mündlich aus Reutte. Der See wird auch
Aschauersee genannt) Quelle: Theodor Vernaleken, Alpensagen - Volksüberlieferungen aus der Schweiz, aus Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Salzburg, Ober- und Niederösterreich, Wien 1858 |